Jahrelang galt Heizen als Grundbedürfnis und Kühlen als Luxus. Doch während Europa immer häufiger mit lang anhaltenden Hitzewellen und Temperaturen über 35 oder sogar 40 °C zu kämpfen hat, gerät diese Vorstellung zunehmend ins Hintertreffen. Laut Eurovent (Europäischer Industrieverband für Heizung, Lüftung, Kühlung und Kältetechnik) sind viele Gebäude in Europa für das Klima konzipiert, das wir früher hatten, nicht für die Sommer, die wir heute erleben. Überhitzung ist damit keine Ausnahme mehr, sondern eine neue Herausforderung für die Planung.
Für Architekten, Planer und Fachhandwerker bedeutet dies, dass sich der Fokus von der Energieeffizienz im Winter hin zu ganzjährigem Wohnkomfort verlagern muss.
Bemerkenswerterweise liegt die größte Herausforderung nicht in der Technik. Die Technologie zur effizienten Kühlung von Gebäuden gibt es schon lange. Laut Eurovent liegt der Widerstand vor allem in der europäischen Denkweise. Während Heizung als selbstverständlich angesehen wird, wird Kühlung noch immer regelmäßig als überflüssiger Luxus oder sogar als etwas betrachtet, das man eigentlich vermeiden sollte.
Die Realität holt uns jedoch ein. Hitze wirkt sich auf Gesundheit, Produktivität und Wohnkomfort aus. Gebäude überhitzen sich schneller, vor allem wenn sie gut gedämmt, aber nicht ausreichend auf extreme sommerliche Bedingungen vorbereitet sind.
Die Frage lautet daher nicht mehr, ob Gebäude gekühlt werden können müssen, sondern wie wir dies auf intelligente, nachhaltige und zukunftssichere Weise umsetzen können.
Eine gute Strategie gegen Überhitzung beginnt bereits bei der Planung. Durch intelligente Sonnenausrichtung, natürlichen Schatten, Außenbeschattung, thermische Masse und Nachtlüftung lässt sich ein Großteil der Wärmebelastung begrenzen, noch bevor eine aktive Kühlung erforderlich wird.
Arie Veldhuijzen, Director Innovations, IP & EU Policies bei Zehnder
Er betont, dass passive Kühlstrategien vorzuziehen sind, fügt jedoch sofort eine wichtige Einschränkung hinzu: Aufgrund längerer und intensiverer Hitzewellen reichen passive Maßnahmen allein immer häufiger nicht mehr aus. Eine zusätzliche aktive Kühlung wird notwendig, um Wohnkomfort und Gesundheit zu gewährleisten.
Die größte Veränderung liegt jedoch in der Art und Weise, wie wir Gebäudekomplexe betrachten.
Arie Veldhuijzen, Director Innovations, IP & EU Policies bei Zehnder
Genau darin liegt eine wichtige Chance für Architekten und Planer. Anstatt separate Lösungen für Luftqualität, Heizung im Winter und Kühlung im Sommer zu kombinieren, können diese Funktionen zunehmend integriert konzipiert werden.
Für die Bewohner ergeben sich daraus Vorteile wie:

Diese Entwicklung verändert auch die Rolle des Fachhandwerkers. Während früher vor allem die Installation einer Lüftungsanlage, einer Wärmepumpe oder einer Klimaanlage im Vordergrund stand, erwarten Auftraggeber zunehmend eine Beratung zum gesamten Raumklima.
Die Fragen, die Fachhandwerker heute gestellt bekommen, unterscheiden sich grundlegend von denen vor zehn Jahren:
Das erfordert eine neue Rolle. Der Fachhandwerker wird zunehmend zum Berater, der dabei hilft, das richtige Gleichgewicht zwischen Lüftung, Heizung und Kühlung zu finden. Nicht das einzelne Produkt steht im Mittelpunkt, sondern die Gesamtlösung für ein Gebäude.

Die jüngsten Hitzewellen im Sommer 2026 zeigen, dass sich unsere Sichtweise auf Gebäude ändern muss. Jahrelang drehte sich die Diskussion vor allem um Energieeinsparung und Heizung. In den kommenden Jahren wird Überhitzung immer häufiger zu einem entscheidenden Faktor bei der Planung, Sanierung und Beratung werden.
Für Architekten, Planer und Fachhandwerker ergibt sich daher eine gemeinsame Aufgabe: Interdisziplär anstelle in den Kategorien „Heizen“ oder „Kühlen“ zu denken.
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Mit Lösungen wie Zehnder ComfoAir Q für intelligente Lüftung und Nachtkühlung, ergänzt durch aktive Kühlung mit der Kühleinheit Zehnder ComfoClime Cool für den Bedarfsfall, entsteht ein integriertes System, das auf das Klima von morgen ausgerichtet ist.
Denn die eigentliche Frage ist nicht, ob Gebäude kühlen können müssen.
Die eigentliche Frage lautet: Wie sorgen wir dafür, dass sich die Menschen das ganze Jahr über in ihrem Zuhause wohl und gesund fühlen?